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Handball

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Einmal Bundesliga und zurück

Der DSC Wanne-Eickel ist neben dem TuSEM Essen, dem OSC Rheinhausen und dem OSC Dortmund einer von nur vier Ruhrgebietsvereinen in der Geschichte der 1. Handball-Bundesliga.

Innerhalb nur eines Jahrzehnts nach seiner Gründung am 05.10.1969 schaffte es der DSC Wanne-Eickel von der Kreisliga bis zur Regionalliga aufzusteigen. Dabei wurde von der Landesliga bis in die Regionalliga durchmarschiert und nebenbei 1978 die Westfalenmeisterschaft und nur ein Jahr später die Westdeutsche Vizemeisterschaft errungen. 1981 gehörte man zu den Gründungsmannschaften der 2. Bundesliga.

Aufstieg in die 1. Bundesliga

Nach acht Jahren Zugehörigkeit zur 2. Bundesliga Nord, in denen man immer zu den Top-Mannschaften gehörte, schaffte es der DSC im Jahr 1989 endlich, den ersehnten Aufstieg in die 1. Bundesliga zu realisieren. Leider folgte im anschließenden Jahr die Ernüchterung. Als Tabellenletzter der Saison hatte man auch in den, zum einzigen Mal in der Geschichte der Bundesliga, durchgeführten Play-Downs keine Chance und stieg direkt wieder in die 2. Liga ab. Das Highlight der Saison war sicherlich der 19:18 Sieg in der 1. DHB-Pokalrunde gegen den amtierenden deutschen Meister und Lokalkonkurrenten TuSEM Essen.

Aus finanziellen Gründen beschloss die Vereinsführung die Mannschaft in der Regionalliga starten zu lassen. Dort konnte in den nächsten zwei Jahren der Abstieg knapp verhindert werden und in der Saison 92/93 wurden die Wanne-Eickeler sogar wieder Meister der Regionalliga West, Staffel Nord. In der anschließenden Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga musste man allerdings der TSG Altenhagen-Heepen den Vortritt lassen. 1995 folgte dann das sportliche Desaster. Aufgrund erneuter finanzieller Probleme und Differenzen mit dem Hauptverein meldete die Handballabteilung die 1. Mannschaft vom Spielbetrieb der Regionalliga ab. Damit ging eine große Ära des Ruhrgebietshandballs zu Ende.

Neuanfang in unterster Spielklasse

Nach einem Jahr ohne Herren-Mannschaften wagte man 1996 mit einem neuen Vorstand einen Neuanfang in der untersten Spielklasse, der 2. Kreisklasse. Nach dem sofortigen Aufstieg scheiterte man ein Jahr später in einem denkwürdigen Spiel am TuS Ickern, der seine Oberligamannschaft frei gespielt hatte, um seiner Zweitvertretung den Aufstieg in die Kreisliga zu ermöglichen. Mit 14:17 verlor der DSC in heimischer Halle vor über 400 Zuschauern das entscheidende Spiel gegen die mit Oberligaspielern angetretene Ickerner Kreisklassenmannschaft und musste eine „Ehrenrunde“ in der 1. Kreisklasse drehen. Ein Jahr später sicherte man sich den Titel ohne Niederlage.

In der Kreisliga hielt man sich ebenfalls nur zwei Jahre auf. In der Saison 2000/2001 gab es erneut ein dramatisches „Endspiel“, allerdings diesmal mit einem guten Ende für den DSC. In der ausverkauften Sporthalle des TV Datteln schafften die Wanne-Eickeler drei Spieltage vor Schluss einen 28:25 Auswärtssieg gegen den härtesten Konkurrenten um einen Aufstiegsplatz. Über 150 Fans, teilweise mit einem eigenen Reisebus angereist, verwandelten die Halle in einen Hexenkessel und ließen die Schwarz-Gelben am Ende über den Aufstieg in die Bezirksliga jubeln.

Klopfen am Tor der Landesliga

Auch in der neuen „alten“ Umgebung spielten die Wanne-Eickeler von Beginn an eine gute Rolle. Einige Urgesteine erinnerten sich sogar noch an die Zeit, in der die 3. Mannschaft des DSC in eben jener Bezirksliga spielte. Man hatte sich für die ersten Jahre viel vorgenommen und tatsächlich stand man in der Saison 2004/2005 erneut vor dem Aufstieg. Die Landesliga war zum Greifen nah. Punktgleich mit der Mannschaft des PSV Recklinghausen stand man am Ende an der Tabellenspitze. Doch den direkten Vergleich hatte Recklinghausen mit einem Tor (!) gewonnen. So blieb man in der Bezirksliga, denn eine Aufstiegsrelegation für den Vizemeister wurde erst im nächsten Jahr eingeführt.

Im folgenden Jahr begann der Umbruch. Einige Spieler wechselten zu höherklassigen Vereinen und die „alten Recken“, die den Weg zurück aus der Versenkung der Kreisklasse mit vorangetrieben hatten, wechselten in den Vorstand oder in die 2. Mannschaft. Es folgten einige wechselhafte Jahre mit Abstiegsängsten und Plätzen im guten Mittelfeld.

Letztlich musste man nach einem erneuten Umbruch im Team den Abstieg bis in die 1. Kreisklasse antreten. Mit bescheidenen finanziellen Mitteln setzte der DSC auf ein gesundes Umfeld und eine starke Jugend. Heute kommen fast alle Spieler aus Wanne-Eickel und mehr als die Hälfte hat schon in der Jugend des DSC gespielt. Der Wiederaufstieg bleibt mittel- und langfristig weiterhin das Ziel des erfolgreichsten und bekanntesten Handballvereins der Stadt.

Sporthalle als Flüchtlingsunterkunft

Bis 2015 setzten die DSC-Handballer, obwohl sich die meisten Vereine in der Stadt Herne zwischenzeitlich aufgelöst oder zumindest die Jugendarbeit aufgegeben hatten, mit Erfolg stets einen Gegentrend in der Nachwuchsarbeit. Von den Minis ab sechs Jahren bis zur A-Jugend spielten Kinder beim DSC Handball, errangen Stadt- und Kreismeistertitel und schafften oft den Sprung in die Herrenmannschaften des DSC. Mit der Zeit der Flüchtlingsunterbringung in unserer Sporthalle hat die Arbeit 2015 und 2016 nachhaltig Schaden genommen. Nur in Kooperation mit Nachbar TV Wanne 1885 war es überhaupt möglich, den Jugendlichen weiter eine Handballzukunft zu ermöglichen. Seit 2020 beschäftigt sich der DSC Handball zusätzlich mit E-Sport.

Die größten Erfolge des DSC:

1978Westfalenmeister
1979Westdeutscher Vizemeister
1981Aufstieg in die 2. Handball-Bundesliga
1989Meister der 2. Liga, Aufstieg in die 1. Handball-Bundesliga
1993Meister der Regionalliga West, Staffel Nord
2001Kreismeister

In der ewigen Tabelle der 1977 eingeführten eingleisigen 1. Bundesliga steht der DSC auf Platz 56, in der ewigen Tabelle der 2. Bundesliga Nord (vor der Neugliederung 1991) belegt der DSC sogar den 2. Platz hinter dem VfL Hameln. (Quelle: www.bundesligainfo.de)

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